Maske neben einer Schale Erdnüssen

Setsubun 節分 – Wechsel der Jahreszeiten

Was ist Setsubun?

Am 3. Februar wird in Japan mit Bohnen (alternativ mit Erdnüssen) auf Menschen geworfen, die sich als Dämonen, oder Oni, verkleiden. Diese Tradition symbolisiert das Abwehren von Unheil.
Das klingt erstmal merkwürdig, ist aber für viele Kinder in Japan das Highlight des Februars.
Aber was hat es damit auf sich? Wir erklären Dir die ulkige Tradition.

Was macht man an Setsubun?

Zu diesem Event werden in Japan besonders von Kindern Bohnen auf eine Person geworfen, die sich als Dämon (Oni) verkleidet. Dabei ruft man den Spruch “Oni wa soto, Fuku wa uchi!” (鬼は外!福は内!), was so viel bedeutet, wie “Oni (das Böse) raus, Glück rein!”
Außerdem hat man in den letzten Jahren damit begonnen, dicke Sushirollen (= futomaki) an Setsubun zu essen. Dahinter verbirgt sich nicht unbedingt der Hunger, sondern eine Methode, um möglichst viel Glück heraufzubeschwören:
In dem Futomaki sollten 7 verschiedenen Zutaten eingewickelt sein, die die 7 japanischen Glücksgöttter (shichifukujin) symbolisieren.
Das Futomaki sollte in die Himmelsrichtung gerichtet gegessen werden, in der an dem Tag das meiste Glück verweilt (am 03. Februar 2022 ist das Nordnordwest)
Das Futomaki sollte ohne Unterbrechung, also ohne abzubeißen gegessen werden, um das Glück nicht abzubrechen.

Was bedeutet Setsubun?

Setsubun wird mit den Zeichen 節 [せつ (setsu) = Jahreszeit ] und 分 [ぶん (bun) = Teil, Partition] geschrieben. Frei übersetzt ist Setsubun also der Tag, der die Jahreszeiten unterteilt, sprich der Übergang von einer in die andere Jahreszeit.
Der Wechsel von Winter zu Frühling spielte früher in Japan dabei eine besonders wichtige Rolle. Man betrachtete diesen Tag nach dem alten japanischen Kalender als den Beginn des neuen Jahres, und begrüßte das Ende des meist harten Winters entsprechend freudig. Seit der Edo-Zeit wird mit dem Begriff Setsubun daher hauptsächlich der Übergang von Winter zu Frühling gemeint.
Allerdings war in Japan auch der Aberglaube weit verbreitet, dass sich in Übergängen jeglicher Art Böses (oder Dämonen) verstecken. Um das Unheil an diesem wichtigen Tag abzuwehren, hat sich die Setsubun Tradition entwickelt.

Wann ist Setsubun?

Im letzten Jahrzehnt wurde Setsubun immer am 03. Februar gefeiert, aber das ist nicht selbstverständlich. Der Feiertag richtet sich nach dem alten japanischen (Mond-)Kalender, und dieser wiederum orientiert sich an der Zahl der Erdumdrehungen.
In früheren Jahren hat Setsubun daher auch mal am 02. Februar und mal am 04. Februar stattgefunden.

Was hat es mit den Bohnen auf sich?

Früher glaubte man, dass in Bohnen, genau wie in allen Samen, die Kraft des Lebens gespeichert wäre, die das Böse abhalten könnte.
Zudem verbirgt sich hier noch ein Wortspiel mit dem japanischen Wort für Böhne = mame, das sich aus den Silben Ma und Me zusammensetzt: “Ma” kann auch mit dem Zeichen für 魔 [ま (ma) = Dämon, Teufel ] und ”me” mit dem Zeichen 目 [め (me) = Auge ] geschrieben werden.
Mame bedeutet also nicht nur Bohne, sondern auch Teufelsauge. Aus irgendeinem Grund glaubte man also, dass man das Böse, oder Dämonen / Teufel vertreiben könnte, wenn man sie mit ihren eigenen Augen bewirft…
Die ersten Aufzeichnungen über diese Bohnen-werf-Tradition stammen schon aus der Muromachi Periode (1336 bis 1573 n.Chr.).

Was genau sind die Dämonen, oder Oni an Setsubun?

Früher glaubte man, dass alles Unheil, was man sich nicht erklären konnte, wie Krankheit, Unwetter, Hungersnöte usw., nicht von dieser Welt stammte. Um dem beängstigenden Unbekannten ein Gesicht zu verleihen, begann man zu glauben, dass es das Werk von Oni, also Dämonen sei.
Das Wort Oni soll von dem japanischen Zeichen 隠 [オン (on) = verborgen] entstanden sein.


So, falls Du Dich jetzt inspiriert fühlst, vielleicht auch mal mit Bohnen auf Leute zu werfen, hast Du nun einen einen triftigen Grund :D
Viel Spaß!